Einen Hund zu adoptieren ist eine wunderbare Entscheidung – für dich und für das Tier. Jedes Jahr warten Tausende Hunde in deutschen Tierheimen auf ein neues Zuhause. Aber eine Adoption will gut vorbereitet sein. Denn anders als beim Züchter bekommst du einen Hund mit Vergangenheit – manchmal mit Macken, immer mit Charakter. In diesem Ratgeber erfährst du, was du vor, während und nach der Adoption wissen solltest.
Warum adoptieren?
Die Zahlen: In deutschen Tierheimen leben ständig rund 80.000 Hunde. Dazu kommen Tausende Hunde in privaten Pflegestellen und Tierschutzorganisationen. Die meisten dieser Hunde sind keine „Problemhunde" – sie haben einfach ihr Zuhause verloren, weil sich die Lebensumstände ihrer Besitzer geändert haben.
Gute Gründe für eine Adoption:
- Du rettest ein Leben. Jeder adoptierte Hund macht Platz für einen anderen Notfall.
- Geringere Kosten. Tierheimhunde kosten eine Schutzgebühr (150–400 €) statt eines Züchterpreises (1.000–3.000 €).
- Oft bereits erzogen. Viele Tierheimhunde sind stubenrein, kennen Grundkommandos und sind sozialisiert.
- Charakter bekannt. Das Tierheim kann dir genau sagen, wie der Hund tickt – beim Welpen vom Züchter weißt du das erst nach Monaten.
- Gesundheitscheck inklusive. Tierheimhunde sind in der Regel geimpft, gechippt, entwurmt und kastriert.
Vor der Adoption: Ehrliche Selbsteinschätzung
Bevor du ins Tierheim gehst, beantworte diese Fragen ehrlich:
Deine Lebenssituation
- Hast du genug Zeit? Ein Hund braucht mindestens 2–3 Stunden Aufmerksamkeit täglich.
- Ist dein Vermieter einverstanden? Hole die schriftliche Erlaubnis ein.
- Wer betreut den Hund, wenn du im Urlaub bist oder krank wirst?
- Sind alle Familienmitglieder einverstanden?
- Hast du andere Haustiere? Verträglichkeit muss getestet werden.
Dein Budget
| Posten | Monatlich | Jährlich |
|---|---|---|
| Futter | 40–80 € | 480–960 € |
| Tierarzt (Vorsorge) | 15–30 € | 180–360 € |
| Hundesteuer | 5–15 € | 50–180 € |
| Haftpflichtversicherung | 4–7 € | 50–80 € |
| Zubehör & Leckerlis | 10–20 € | 120–240 € |
| Gesamt | 74–152 € | 880–1.820 € |
Dazu kommen einmalige Kosten für die Erstausstattung. Eine vollständige Liste: Welpe einzieht: Die ultimative Erstausstattungs-Checkliste.
Der Ablauf einer Adoption
Schritt 1: Das richtige Tierheim finden
Besuche Tierheime in deiner Nähe oder schaue auf Online-Portalen:
- Lokale Tierheime – Persönlicher Kontakt, Hunde können besucht werden
- Tierschutzvereine – Oft Hunde in Pflegestellen (bessere Einschätzung des Verhaltens im Alltag)
- Auslandstierschutz – Hunde aus Süd- und Osteuropa über seriöse Organisationen
Schritt 2: Den richtigen Hund finden
Tipp: Lass dich beraten. Geh nicht mit einem festen Bild im Kopf ins Tierheim. Die Pfleger kennen ihre Hunde genau und können dir sagen, welcher Hund zu deiner Lebenssituation passt.
Worauf du achten solltest:
- Größe und Energielevel passend zu deiner Wohnsituation
- Verträglichkeit mit Kindern, Katzen, anderen Hunden
- Eventuelle Vorgeschichte (Angst, Trauma, Krankheiten)
- Alter – auch ältere Hunde verdienen eine Chance und sind oft ruhiger
Schritt 3: Kennenlernen
Die meisten Tierheime bieten an:
- Mehrere Besuche – Komm öfter, nicht nur einmal
- Gassigehen – Lerne den Hund beim Spaziergang kennen
- Probewohnen – Manche Tierheime bieten eine Probephase an
Schritt 4: Schutzvertrag und Übergabe
Wenn es passt, unterschreibst du einen Schutzvertrag. Darin stehen:
- Schutzgebühr (150–400 €, je nach Tierheim und Hund)
- Pflichten als Halter (artgerechte Haltung, tierärztliche Versorgung)
- Kastrationspflicht (falls noch nicht kastriert)
- Rückgabeklausel (der Hund geht bei Problemen ans Tierheim zurück, nicht an Dritte)
- Kontrollbesuch (das Tierheim darf dich besuchen)
Schritt 5: Der erste Tag zu Hause
Der erste Tag ist aufregend – für dich und den Hund. So machst du es richtig:
- Bringe den Hund ruhig nach Hause, keine Party, keine Besucher
- Zeige ihm seinen Schlafplatz, Futter- und Wassernapf
- Lass ihn die Wohnung in seinem Tempo erkunden
- Geh eine kurze Runde Gassi in der neuen Nachbarschaft
- Erwarte nicht zu viel – der Hund braucht Zeit
Die Eingewöhnungsphase: Die 3-3-3-Regel
Tiertrainer sprechen von der 3-3-3-Regel für adoptierte Hunde:
Die ersten 3 Tage
- Der Hund ist überwältigt und gestresst
- Wenig Appetit, viel Schlafen, Zurückhaltung sind normal
- Keine großen Aktionen, keine Besucher, keine Hundeschule
Die ersten 3 Wochen
- Der Hund beginnt, die Routine zu verstehen
- Erste Charakterzüge zeigen sich
- Grenzen werden getestet – bleib konsequent, aber geduldig
- Langsam an neue Situationen heranführen
Die ersten 3 Monate
- Der Hund fühlt sich zu Hause
- Vertrauen ist aufgebaut, das wahre Wesen zeigt sich
- Jetzt kannst du mit Training, Hundeschule und neuen Aktivitäten starten
Besonderheiten bei Auslandshunden
Hunde aus dem Auslandstierschutz (Spanien, Rumänien, Griechenland, Ungarn) bringen manchmal besondere Herausforderungen mit:
- Krankheiten: Mittelmeerkrankheiten (Leishmaniose, Ehrlichiose, Babesiose) – lass einen Bluttest machen
- Traumata: Manche Hunde kennen keine Wohnung, Treppen oder Autofahren
- Sozialisierung: Straßenhunde sind oft nicht an Leine, Halsband oder enge Räume gewöhnt
- Fluchtgefahr: In den ersten Wochen besonders gut sichern – doppelte Leine, GPS-Tracker, Sicherheitsgeschirr
Wichtig: Adoptiere nur über seriöse Organisationen, die einen Schutzvertrag anbieten, die Hunde auf Mittelmeerkrankheiten testen und eine Nachbetreuung anbieten.
Checkliste: Vor der Adoption erledigen
- Erlaubnis vom Vermieter einholen
- Familienrat: Alle müssen einverstanden sein
- Budget prüfen (monatlich + Erstausstattung)
- Erstausstattung besorgen (Körbchen, Napf, Leine, Futter)
- Tierarzt in der Nähe finden
- Hundeschule recherchieren
- Urlaubsbetreuung organisieren
- Hundesteuer vorbereiten – So meldest du die Hundesteuer an
- Hundemarke bestellen – mit Name und Telefonnummer
- Hundehaftpflicht abschließen
Warum die Hundemarke vom ersten Tag an wichtig ist
Gerade adoptierte Hunde haben ein erhöhtes Entlaufrisiko in den ersten Wochen. Die neue Umgebung, unbekannte Geräusche, fehlende Bindung – all das kann dazu führen, dass der Hund bei der kleinsten Gelegenheit ausbüxt.
Eine Hundemarke mit deiner Telefonnummer ist die schnellste Verbindung zwischen Finder und dir. Der Mikrochip ist die zweite Sicherheitsebene – aber die Marke wirkt sofort. Was auf die Marke gehört: Was gehört auf eine Hundemarke?.
Dein adoptierter Hund verdient das Beste
Bei Bark'n'Tag findest du über 50 Designs für die erste Hundemarke deines neuen Familienmitglieds – aus Edelstahl, personalisiert mit beidseitiger Lasergravur. Bestelle die Marke am besten schon vor der Adoption, damit sie am ersten Tag bereit ist.
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Quelle: Informationen zu Tierheimadoptionen basieren auf Empfehlungen des Deutschen Tierschutzbundes.